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BEGEGNUNGEN und Orte der Begegnung (im Aufbau)

 

Max Dauthendey hatte in seinem Künstlerdasein viele illustre Begegnungen:

mit der Journalistin Ila Dresel,

mehrere Begegnungen mit dem Schriftsteller und Verleger Korfiz Holm:

Fam. Dauthendey und die "brennenden Betten" von Schloss Mainberg
(damals ein bekannter Künstler-und Literatentreff bei Schweinfurt)
Würzburger Tage mit Max Dauthendey

mit Otto Julius Bierbaum, 1865-1910:
Er schreibt unter dem Pseudonym „Martin Möbius als „Steckbrief“:

Maximilian Dauthendey
Macht die Metrik ganz entzwei,
Reime setzt er vorne dran,
Daß man sie nicht merken kann,
Seiner Verse Katarakt
hat nicht Rhythmus, hat nicht Takt,
kurz, die deutsche Poesie
Purzelbaumt hier, wie noch nie.

Meine Herrschaften! So was ist noch nicht dagewesen! Dieser Mann nimmt ein geschliffenes Crystallglas, steckts in den Mund, zerbeißt es, spuckt die Splitter auf den Tisch und murmelt verklärt: Sehet her und staunet an, ich habe die alte Form überwunden, und eine neue liegt vor euch, die so schön ist, daß Indianer vor Seligkeit darüber weinen müßten!
Es ist kein Wunder, daß dieser Dichter eines seiner Bücher von hinten nach vorne hat drucken lassen, so daß ein naiver Leser seekrank wurde, weil er auch die Worte von rechts nach links las.
Und wer wäre so primitiv, sich darüber zu wundern, daß eines seiner Dramen im Gehirne der Menschen spielt?
Wahrlich, wahrlich ich sage euch: wer sich bei Dauthendey über irgend etwas wundert, ist ein Kalbsgekröse und würdig, daß dieser Dichter sein nächstes Drama in der Zirbeldrüse des Beklagenswerten spielen läßt.
Sämmtliche Setzer, die die Werke Maximilians gesetzt haben, sind in der Blüte ihres Mannesalters tobsüchtig geworden; ein Backsteinkäs, den man in das Drama hineinzuwickeln die Unvorsichtigkeit hatte, wurde ultraviolett und roch plötzlich nach Veilchen.
Maximilian selber aber ist ganz gesund.

Als junger Dichter suchte er in Berlin Anschluss an die dortigen Künstlerkreise.
Bis 1893 hielt er sich im Umfeld des Friedrichshagener Dichterkreises auf und hatte u. a. Kontakte zu Ola Hansson, Laura Marholm und Richard Dehmel. Von ihm stammt der Begriff „Farbendichter“.
Manche seiner Kontakte, z. B. den mit Stanislaw Przybyszewski hat er in seine Werke eingebaut. (Maja, 1911).
Mit Schriftsteller aus dem Norden Europas befasste er sich besonders.
Die damalige Edward Munch-Ausstellung und Zusammentreffen mit Hugo von Hofmannsthal und August Strindberg sowie die Begegnung mit deren Werken waren für den jungen Dichter prägend.

Stefan George, 1868-1933, sagte einmal über Dauthendeys Gedichte (sie) „seien das einzige, was jetzt in der ganzen Literatur als vollständig Neues dastehe ... eine eigenartige Kunst, die reicher genießen lasse als Musik und Malerei, da sie beides zusammen sei.“

Sehr oft hielt er sich auch in Würzburg in der damaligen Künstlerbegegnungsstätte "NEUE WELT" auf, wo auch regelmäßig viele Prominente verkehrten. Auf einer Gedenktafel am Gutshof findet man folgende Namen erwähnt:

Korfiz Holm, Rudolf Virchow, Otto Modersohn, Erich Heckel, Fritz Rhein, Willi Geiger, Anton Kerschbaumer, Bela Czobel, Alfred Kubin, Fritz Baltzer, Leopold von Ubisch.
Nicht zuletzt sei seine Künstlerfreundin, die Malerin Gertraud Rostosky erwähnt, deren Mutter dort ein "offenes Haus" für Künstler pflegte.

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