MAX DAUTHENDEY
Dichter und Maler - Leben und Werk

Max Dauthendey
Max Dauthendey 25.07.1867 - 29.08.1918

DAUTHENDEY AKTUELL:

MAX-DAUTHENDEY-GESELLSCHAFT Auflösung
Zum Abschied: Artikel von Walter Roßdeutscher
in der Zeitschrift "Frankenland" des Frankenbundes.

Dazu: Artikel in der Süddeutschen Zeitung: Lest mehr Dauthendey!

Dauthendey international (poems without frontiers)

MD

Max Dauthendey - eine kurze Einführung in Leben und Werk

Max Dauthendey: vita et opus
(Vorwort von Max Jungnickel aus dem Buch ´Raubmenschen`)

Immer Lust an Lust sich hängt

Alle Dinge können sehen.
Sag nicht, daß sie blind dastehen.
Sag nicht, daß sie dunkel gehen.
Häuser, Bäume, Wege, Wind,
Stühle, Tische, Bett und Spind,
alle Dinge sehend sind.

Alle Dinge können denken.
Nicht nur Stirnen Geist dir schenken,
Alle Dinge Geister lenken.
Kleiner Mücken grauer Zug,
Spinnwebfaden leis im Flug;
jeder Grashalm denkt genug.

Und es lieben alle Dinge.
Wie die Vögel mit Gesinge
Liebt sich alle Welt im Ringe.
Eines hin zum andern drängt,
Jedes seine Lust sich fängt.
Immer Lust an Lust sich hängt.

MD

Max Dauthendey - Werdegang
Der werdende Dichter
Max Dauthendey über sich und seinen Weg zum Dichter
Max Dauthendey über Schöpfungskraft, Liebe, Gedanken, Gefühle
Max Dauthendey über Dichtkunst, Sprache, Rhythmus, Versmaß

MD

Max Dauthendey - ein Autor der ´Moderne`

Visuelle Wahrnehmung und Synästhesie bei Max Dauthendey
Auszug aus einem Brief nach Besuch bei Richard Dehmel, Berlin, 1893:

... Er las mir ein Gedicht vor... Ich konnte vor Aufregung nicht ins Bett.Ich arbeitete bis morgens fünf Uhr und schrieb die Gesänge des "Herzblutes" für mein Drama "Sehnsucht".... und habe nun eine Art Broschüre geschrieben "Zur Schulung des Intimen". ... Es behandelt vor allem die Farbenliteratur, die Erregung aller fünf Sinne, Farbe, Ton, Geruch usw. als Beeinflussung unserer Stimmung....und nun stetig mit dem Festhalten dieser ganz intimen Erregung beschäftigt bin: jedem Lichtreflex, jedem Geruch auf der Straße, jeder Empfindung von kühl oder warm oder lau, wie das stets die Stimmung schwanken macht, wie wir eigentlich mit den Stimmungen, Erregungen der Farben, Töne um uns leben und direkt nur als Farbe, als Ton leben - dies Doppelleben der Farbe draußen und der Farbe der Erinnerungen (aus denen sich die momentane Stimmung zusammensetzen kann) — , und wie die Empfindungen von draußen mit denen in uns in Wechselwirkung stehen. Bald siegt der Eindruck von draußen. bald ist die Erinnerung oder Stimmung in uns stärker und kann Häßliches sehen, unangenehme Töne vertragen, durch die wir ein andermal umgewühlt und umgestimmt werden. Diese Beobachtung, dieses Arbeiten nur mit diesem Intimen, das, glaube ich, wird die Literatur der Zukunft sein. Hansson (wiki) hat es schon begonnen, aber ich meine es noch bewußter, noch intimer: sich mit Tönen, mit den Farben unterhalten, ganz gleich, ob die Farbe von Menschen, Blumen, Natur ausgeht, nur mit den Lust-und Wehgefühlen, die von ihnen in uns schwingen und uns beeinflussen, und von ihnen schreiben. Und das ist ein unabsehbar reiches Material. Ich kombiniere nun nicht mehr Menschen und Geschichten, versuche nicht mehr Charaktere als ein Ich zu schildern; ich bringe nur noch die Erregungen, die von ihrer Farbe, ihrer Sprache, ihrer Äußerlichkeit, ihrer Gedankenwelt (ihre Gehirnfarben nenne ich die Gedanken) auf mich einwirken.
Seit ich so intensiv von der Wohl- und Weheempfindung jeder Farbe, jedes Tones, Geruches beeinflußt werde und sie mir ins Bewußtsein rufe, erlebe ich in jeder Minute leid-und freudvolle Romane, auf der Straße, am Fenster; die Beleuchtung eines Zimmers, das Geräusch im Hofe, die Töne der Drehorgeln und Ausrufer - das ist Wohllust oder Qual...

Gedichte mit synästhetischen Elementen:
Max Dauthendey - Gedichte über Düfte und Gerüche
Blütenleben - ein Gedicht mit stark impressionistischen Zügen und Synästhesien
Wortwahl: Töne, Farben, Gerüche
Das Gedicht: Drinnen im Strauß als Beispiel für Synästhesie.

Mehr über Synästhesie und visuelle Wahrnehmung:
Synästhesie (wikipedia)
http://synaesthesia.com/de/information/einfuhrung
http://www.wissen.de/synaesthesie-eine-ganz-besondere-form-der-wahrnehmung

Max Dauthendey in Berlin: Begegnung mit Edvard Munch
Gedicht VISION über ein Munch-Gemälde
Edvard Munch und Max Dauthendey: Briefwechsel Munch Museum Oslo/Norwegen
Edvard Munch und Annie Dauthendey: Briefwechsel - Munch Museum Oslo/Norwegen

Max Dauthendey - Sangdichtung: Dornröschen
Max Dauthendey - Die Untergangsstunde der Titanic

MD

Max Dauthendey - weitere Gedichte, Lyrik, Poesie
Max Dauthendey Gedichte
Max Dauthendey Liebesgedichte im Singsangbuch
Eines seiner bekanntesten und schönsten Gedichte:

Amsel
Die Amseln haben Sonne getrunken

Die Amseln haben Sonne getrunken,
aus allen Gärten strahlen die Lieder,
in allen Herzen nisten die Amseln,
und alle Herzen werden zu Gärten
und blühen wieder.

Nun wachsen der Erde die großen Flügel
und allen Träumen neues Gefieder;
alle Menschen werden wie Vögel
und bauen Nester im Blauen.

Nun sprechen die Bäume in grünem Gedränge
und rauschen Gesänge zur hohen Sonne,
in allen Seelen badet die Sonne,
alle Wasser stehen in Flammen,
Frühling bringt Wasser und Feuer
liebend zusammen.

dazu: GEDICHTVORTRÄGE:
Gedichtvorträge der Schauspielerin Rosel Zech:
Max Dauthendey "Alleingelassen bei Erinnerungen"
Max Dauthendey "Ich grübe mir gern in die Stille ein Grab"
Max Dauthendey "Nacht vor dem Haus" in der FAZ

GEDICHTE von Max Dauthendey auch auf meiner website
Gedichte-Lyrik-Poesie - verteilt in diversen thematischen Rubriken,
z.B. über das Lusamgärtlein in Würzburg:

Ein lustsam Gärtlein auf weißem Papier,
Nie welke drinnen Lied noch Blatt.
Buchstaben stehen als Blumen hier,
Aus Reim und Zeil' es Landschaft hat.
Du findest dort den ersten Reim,
Den Frühling voller Liebessinn,
Bis in den Sommer voll Honigseim.
Schick' deine Augen wie Bienen hin,
Jed' Lied will lustsam als Laube dienen.

Weitere Gedichte aus dem Band "Lusamgärtlein"
Frühlingslieder aus Franken,
gewidmet dem Minnesänger Walther von der Vogelweide:

Lusamgaertlein_Wuerzburg Lusamgärtchen
Grabdenkmal für Walther von der Vogelweide

MD

Max Dauthendey - Prosa, Dramen, Romane, Novellen, Reisebeschreibungen

Dauthendeys Werke - damals schon interkulturell !

Über die Weltsicht und Weltanschauung des Dichters:
Max Dauthendey und die ´Weltfestlichkeit
Über Max Dauthendey und die "Weltfestlichkeit"
in: "Das Lied vom innern Auge"

Frühe Prosa (aus ZS Frankenland 1967/5)

Josa Gerth - impressionistischer Roman,
Erstlingswerk des Autors mit Schauplatz Würzburg.

In einem Brief vom 17.Juli 1893 schreibt Max u. a. an seinen Freund S. :
... Jetzt erst kann ich das Naturdrama ´Sehnsucht`so gewaltig schreiben, wie ich es unbestimmt in Farbensprache in mir höre. Jetzt weiß ich, wie jede Farbe singt, wie jeder Duft, jeder Ton sich freut und klagt Die Gedichte, die ich Euch vor Wochen sandte, sind die Anfänge dieser neuen Lyrik. Ich sende Dir heute noch einige mehr, und in dieser Bildersprache der Düfte, Farben und Töne der Natur sollen die Gesänge des Dramas gearbeitet sein.
Wenn man ein Musikstück hört, fragt niemand: Was will das sagen, welche Idee drückt diese Symphonie aus? Das ist das Nebensächliche, ebenso wie man nicht fragt, wenn man den Sonnenaufgang genießt oder eine Aussicht vom Gebirge: Welche Idee drückt diese Handlung, dieses Morgenrot aus? Man soll einfach nur die B i l d e r genießen, die W o h l - und W e h l a u t e, die immer unbewußt im Gehirn anschlagen, wenn man den Duft und die Farbe von Rosen oder Jasmin genießt, oder den Kuckuckruf hört, oder den Regenduft atmet. Diese Wohl-und Wehlaute, die die ganze Stimmung ausmachen, die von Rosen und Jasmin auf uns strömen, will der Dichter durch die traurigen und freudigen Bilder, die er zeichnet, im Lesenden erwecken, und dadurch denselben Wohl-und Wehreiz hervorrufen, den Rosen und Jasmin ausüben. Dies ist die neue Dichtung, auf die ich in der schwedischen Einsamkeit gekommen bin; dort, wo ich Monate immer mit allen direkten Naturreizen lebte....Was ich in Berlin am Drama ´Sehnsucht`schrieb, war zu schwach, ich arbeite es nun ganz neu....

Das Drama SEHNSUCHTbeeinflusst v. Musik Richard Wagners

MD

Max Dauthendey - ein Weltreisender

Bekannt ist Max Dauthendey nicht nur für seine Gedichte mit vielen synästhetischen Elementen, sondern auch für seine feinsinnigen exotischen Novellen, Geschichten und Reisebeschreibungen:

Sieben Meere
Ich kam vom Main aus Deutschland her, wollt' übers feurige Mittelmeer,
Das Rote Meer, das Indische, Bengalische, Chinesische und übern Stillen Ozean
Und den Atlant, – dann käm' ich bei der Liebsten an.
Dann leg' ich ihr zu Füßen hin, was ihr Begehr und unbekannt,
Und freu' mich, wenn, vom fernsten Land, das Leben in der Liebsten Hand
Zum Tand wird, und wie goldner Sand ihr durch des Daseins Stundenglas
Das Unfaßbare spielend rinnt, das hinter den Meeren verborgen sinnt.
Ich kam aus Deutschland, über Paris, und schnell nach Marseille,
Fand ein englisches Schiff, das dastand, eben angekommen, das hab' ich genommen.
Der Schiffsbord, voll Leute bis an den Rand, mit manchem Lord, kam von Engeland,
Von London, mit englischem Ton, und englischen Sitten, und meine Sehnsucht ging unter den Briten umher
Als blinder Passagier mitten auf hohem Meer. (
aus: Die geflügelte Erde )

Meer, Feuer, Erde, Wolken aus: Die geflügelte Erde (eine poetische Weltreise)

Max Dauthendey - Lingam - Zwölf asiatische Novellen
dazu: Linga (wiki)

Geschichten aus den vier Winden:
Max Dauthendey - Das Iguanodon
Max Dauthendey - Auf dem Weg zu den Eulenkäfigen

Max Dauthendey in Griechenland:
Karl Vollmoeller und Max Dauthendey in Griechenland (ext.)

Max Dauthendey in Mexiko:
Sein Roman: Raubmenschen
dazu aus der Dissertation von Dr. Michael Mayer: Rennewart,
mehr über ´Exotismus` von Dr. Mayer in seinem Buch:
Ein Auszug aus: 'Tropen gibt es nicht' - Dekonstruktionen des Exotismus

Japan

Max Dauthendey und Japan

Max Dauthendey war von Jugend an fasziniert von allem Exotischen. 1906 konnte er sich einen großen Traum erfüllen – eine Weltreise, von der er sich Inspiration erhoffte. Nach dieser ersten, großen Reise entstand auf dem Gutshof ZUR NEUEN WELT das lyrische Epos ´Die geflügelte Erde`, das den Dichter drei Jahre lang beschäftigte. Dieses Buch zählt neben seinen anderen fernöstlichen Novellen und der viel bekannteren Sammlung ´Die acht Gesichter am Biwasee` zu seinen Hauptwerken, einer faszinierenden Schilderung seiner Reiseerlebnisse in Versform, wenn auch für meine Begriffe etwas schwer zu lesen. Von allen besuchten Ländern hat es ihm das ´Land der aufgehenden Sonne` am meisten angetan. Daher scheint es reizvoll, diese japanischen Miniaturen aus dem Versepos einmal extra anzugehen. Darin schildert er sehr bildhaft und fantasievoll seine Eindrücke von Land und Leuten. Aus heutiger Betrachtung wäre der Weltbürger Max Dauthendey aufgrund seiner schon damals menschenfreundlichen Weltsicht trotz vorhandener Stereotype in diesem Werk ein interkultureller Botschafter. Seine besondere Vorliebe für Japan und die fernöstliche Kultur und Lebensart durchzieht sein ganzes Werk und ging so weit, dass er sich sogar ein Haus in japanischem Stil in Würzburg bauen ließ. Auch das Theater wollte er nach asiatischem Vorbild reformieren und plante die Gründung eines eigenen Theaters. Als Schriftsteller war er ständig auf der Suche nach neuen Sinnesreizen. Kaum hatte er die gefunden, sehnte er sich zurück in seine fränkische Heimat. Die Stadt Otsu am Biwasee, einer der Schauplätze seiner Novellen, zählt heute zu den Partnerstädten Würzburgs.

Max Dauthendey und sein Verhältnis zu Japan (aus div. Quellen)
Max Dauthendey ダウテンダイ・マックス — Dichter 作家 :

Eight Views of Ōmi by Utagawa Hiroshige (wiki)
(von ihm: u.a. die acht Landschaftszeichnungen)
dazu: Japanische Farbholzschnitte
(von Prof. Dr. Sang-bum Chin und Dr. Michael Mayer)
dazu: von Max Dauthendey:
Die acht Gesichter am Biwasee (wiki) (jap. 琵琶湖, Biwa-ko)
Japanische Liebesgeschichten
Einleitung, Kap.1:
"Neue Brüder sind sichtbar geworden", riefen die Japaner schon vor hundert Jahren, "Bäume, die früher nur dazu da waren, Früchte und Holz zu tragen, Flüsse und Seen, die nur Fische und Seegras anboten, Hügel und Berge, welche Steine und Metalle den Menschen hinhielten, haben jetzt Seele und Gesicht. Die Seelen der Landschaften sind uns herzliche Brüder geworden. Sie, die bisher unsichtbar waren, zeigen uns heute leidenschaftliche Gebärden."

Am Biwasee, der hinter den Bergen liegt, nahe der uralten Kaiserstadt Kioto,
haben die Japaner acht Landschaftsgesichter von unsterblicher Leidenschaft entdeckt:

Max Dauthendey - Die acht Seebilder beim Mijdera-Tempel

Mii-dera (jap. 三井寺, wörtlich: "Drei-Quellen-Tempel") -
buddhistischer Tempel am Fuße des Berges Hiei außerhalb der Stadt Ōtsu

Max Dauthendey - Der Wildgänse Flug in Katata nachschauen.
(eine japan. Liebesgeschichte, auch bek. als : Das Bild des Malers)

Der Fushiyama (=Fujiyama) am Hakonesee (aus: Die geflügelte Erde)

Max Dauthendey, Japan und Würzburgs Partnerstadt Otsu am Biwasee:
— Ōtsu (jap. 大津市 -shi, dt. großer Hafen) (wiki)

In einem Essay entwarf er seine "Plastische Bühne" nach dem Vorbild asiatischer Theaterhäuser.
Ein Text dazu aus dem Internet vom Masaharu Oba
In einem Briefwechsel mit Max Reinhard 1905 schilderte Dauthendey seinen Entwurf:
"Die plastische Bühne besteht aus einer Drehbühne und aus einer Vorbühne, welche eine Rampe ist, die vor dem Bühnenausschnitt breit entlang läuft, und diese Rampe hat vier Arme. Zwei kurze Auswege nach links und rechts, von denen jeder hinter einen Teppichvorhang mündet, und zwei lange Wege, von denen jeder aus der Bühne heraustritt, der eine links, der andere rechts, seitlich an den Parkettlogen entlanggeht und in den Hintergrund des Zuschauerraums mündet. Eine kleine Tür verbindet dort diesen Weg mit einem schmalen unsichtbaren Korridor, der hinter den Parkettlogen die Schauspieler unsichtbar zur Bühne zurückführt."

Alle Bäume erzählen es (wissensch. Aufs. Dr. Michael Mayer, Univ. Bayreuth)
Japanische Gärten

Über Japonismus (ext.)
siehe auch noch hier: externe, weiterführende Links

MD

Max Dauthendey - Dichter und Maler aus Franken
Max Dauthendey, ein berühmter Sohn der Stadt Würzburg im bayerischen Frankenland
Max Dauthendey und Franken (Aufsatz in ´Frankenland`)

"Immer wieder bin ich vom Ausland zu dieser Stadt zurückgekehrt. Ich besaß keine Erde und kein Gut hier, das mich hätte anlocken können, stets wieder von neuem das Mainufer aufzusuchen..." (aus: Der Geist meines Vaters)

Familiengeschichtliches

Die Vorfahren: Dauthendey und St. Petersburg
(Artikel von Olga Gleiser im Stadtmagazin Würzburg spezial)

Eltern und Geschwister:

Herkunft / Stammbaum der Familie Dauthendey
Die Eltern
Carl-Albert Dauthendey Vater des Dichters, Hoffotograf des Zaren von Russland, Sankt Petersburg - Санкт-Петербург - war erster deutscher Lichtbildner.
Elisabeth Dauthendey (wiki), Halbschwester des Dichters aus erster Ehe seines Vaters, ebenfalls Schriftstellerin - v. a. Märchendichterin

(Auto)biographisches:
Max Dauthendey: Der Geist meines Vaters
Max Dauthendey: Gedankengut aus meinen Wanderjahren
Max Dauthendey: Mein Lebenslauf (Neunziger Jahre)

MD

Max Dauthendey und die Frauen
Frauen Komplimente machen ist wie "Topfschlagen im Minenfeld" (behaupten manche Männer). Bei Dauthendey, diesem "Minnesänger der Neuzeit" ist das ganz anders. Wie wir aus seinen Werken wissen, war Dauthendey ein großer Verehrer von Frauen, hat in seinen vielen Gedichten immer wieder am Ende die Kurve gekriegt, ein ´Frauenlob`eingebaut, Liebe und Verehrung zum Ausdruck gebracht, und es so immer wieder geschafft, ´Minenfelder` weiträumig zu umgehen.
;-)
Max Dauthendey  - sein Frauenbild aus damaliger Zeit
Dauthendey lernt in Schweden seine spätere Frau Annie kennen
Annie Dauthendey - die Ehefrau des Dichters
Artikel von Walter Roßdeutscher in "Frankenland" 33/1995
Max Dauthendey und seine Jugendfreundin Gertraud Rostosky, genannt "Traudel" oder "Mohrle" vom Gutshof ZUR NEUEN WELT ... und seine spätere Frau Annie.
In der heiteren autobiographischen Dichtung:
Der Bänkelsang vom Balzer auf der Balz

erfahren wir viel über sein Liebesleben in seiner Heimatstadt Würzburg, sein Hin-und Hergerissensein zwischen zwei Frauen, die in seinem Leben eine große Rolle spielten.
Die Liebe ist im Weltall Trumpf, heißt es darin.

MD

Max Dauthendey und der Gutshof Neue Welt der Familie Rostosky:

Schaut ein Haus in das Tal
Mit weißen Mauern,
Menschen gehn dort ein und aus.
Kühe kauern im Stall,
Unter den Linden
Finden Bienen den Honig.
Oft machen die Fenster menschliche Mienen,
Lachen und Sorgen schauen heraus.
Und nichts von all dem wird dauern.
Die Tage lauern und verfliegen,
Welken ab wie die Nelken,
Die vom Altan sich biegen.
Nur Stunden einfältig entstanden,
Da auf zwei Kissen zwei Verliebte sich fanden
Und Aug in Aug sich satt gesehn,
Da bleibt die Uhr unvergänglich stehn.

Gutshof "Zur Neuen Welt"
Würzburgs "Neue Welt" - von Walter Roßdeutscher:
Elternhaus der befreundeten Malerin Gertraud Rostosky

An die großen Zeiten dieser ehemaligen Künstlerkolonie erinnert nur noch eine Gedenktafel, die 1968 zum 50. Todestag Dauthendeys angebracht wurde:

"Hier auf ihrem 1867 erbauten Gutshof ´Zur Neuen Welt` schufen zu Ende des 19. und Anfang des 20. JKahrhunderts die Familien Wadenklee, Marie Rostosky, geb. Wadenklee mit ihrer Tochter, der Malerin Gertraud Rostosky, für einen bedeutenden Freundeskreis von Künstlern und Gelehrten eine befruchtende Wohn-und Wirkstätte, welche von dem nachfolgenden Besitzer Franz Wilhelm Langguth großherzzig erweitert wurde. Es lebten und wirkten hier:
Max Dauthendey, Rudolf Virchow, Korfiz Holm, Otto Modersohn, Erich Heckel, Fritz Rhein, Willi Geiger, Anton Kerschbaumer, Bela Czobel, Alfred Kubin, Fritz Baltzer, Leopold von Ubisch."

Der Gutshof befindet sich in Privatbesitz. Doch man kann auch heute noch auf den Spuren Dauthendeys wandeln und genießt von hier aus einen fantastischen Blick über Würzburg. Max Dauthendey: Das Geisterhaus

Gutshof NEUE WELT Leutfresserweg
Der Gutshof Neue Welt im Leutfresserweg ist auch Hauptschauplatz seines ersten Werkes ´Josa Gerth`. Darin schildert er den Blick von der Terrasse des Hauses: ´Würzburg, die Festung Marienberg, das Käppele und im Leistengrunde die weißen und roten Mauern und Dächer lagen zum Greife nahe.`
Hier schrieb er auch an seinem Hauptwerk: ´ Die geflügelte Erde`.

MD

Die Dauthendeys in Würzburg
Würzburg - Büttnergasse 2
(Artikel von Heiner Reitberger in "Frankenland" ZS Frankenbund)
Würzburg - Kaiserstraße
Das Würzburger Licht
Max Dauthendey - ein paar Gedichte mit Bezug auf Würzburg

Max Dauthendey Haus in Würzburgs Steinbachtal:
Der Max-Dauthendey-Weg im Steinbachtal / Würzburg

Dauthendey-Haus_Guggelesgraben

Dauthendey-Haus - Fotos

Dauthendeys Waldhaus - wikimedia commons

Dauthendeys Waldhaus (Quelle: wikimedia commons)
Max Dauthendey über sein Waldhaus im Guggelesgraben 37
Artikel Waldhaus von Karl Wilhelm in "Frankenland" 1977/155
Korfiz Holm über Max Dauthendeys Schicksalshaus
Max-Dauthendey-Haus aus der Vogelperspektive:
Karte Guggelesgraben 37 © Google Maps®

MD

Max Dauthendey - Leben und Sterben des Weltreisenden
Das Leben
Von den Alten zu den Jungen
Muß das Leben wandern.
Was du gestern noch bezwungen,
Bezwingen morgen schon die andern.
Das Lied, das du gestern gepfiffen im Weitertraben,
Will schon morgen der andern Lippen haben.
Und dir entschwundene Augenblicke kannst du sehen,
Wie sie im Blut der Jungen auferstehen.
Darüber, seit ich`s erfahre, muß ich die Hände falten,
Muß leiden, daß ich mich wandle, und laß es walten.
Das Leben - ach, einst da kam es umhalsend gesprungen,
Jetzt grüßt es noch im Vorüberschweben und geht zu den Jungen.

Dauthendey - Gedichte des Krieges, der Trennung, Einsamkeit und Heimatsehnsucht
Dauthendey über seine Erkrankung: Zwei seiner letzten Briefe an seine Frau

Am 28.Mai 1918, wenige Monate vor seinem Tod, schrieb er an seine Frau Annie:

Ich fühle mich heute nachmittag so beklommen - wieder sehr beklommen. Ich leide so sehr an Sehnsucht und Heimweh, ich möchte in den Garten stürzen, mich auf die Erde werfen, das Gras raufen und schreien, schreien. Ich bin so gequält von meinem Herzleid. Es ist so quälend, so niederschlagend. Ich bin matt, zerschlagen und habe wie ein Durstender nur einen Gedanken, immer nur den einen Gedanken; meinen Herzdurst zu stillen. Ich bin ganz zerschlagen von dem unstillbaren Drang: Heim, heim zu Annie, endlich zu Annie!

Im Tod sind mir die Augen,
Sie schaun der Liebe nach.
Ich bin der blaue Himmel
Auf der Geliebten Dach.
Ich bin die Nacht, die zu ihr
In alle Kammern geht
Und bin die stumme Sehnsucht,
Die ihr am Bette steht.
Ich bin der Arm, der zärtlich
Von Stund zu Stund sie trägt.
Bin ein gestorben Herze,
das tot noch liebt und schlägt.

Heinz Otremba - Artikel über den Tod von Max Dauthendey
in: Frankenland, 1998/51

Max Dauthendey wurde 1930
im Kreuzgang des Fränkischen Luitpold-Museums bestattet,
nachdem man seine sterbl. Überreste von Java nach Deutschland heimgeholt hatte.
1951 wurde er im Familiengrab auf dem Würzburger Hauptfriedhof beigesetzt.

Der Nachlass des Dichters befindet sich im Stadtarchiv der Stadt Würzburg
Auf der Grabplatte von Max Dauthendey auf dem Würzburger Hauptfriedhof steht:

"Bin ein gestorben Herze, das tot noch liebt und schlägt"

Max Dauthendey - Grabplatte

MD

Max Dauthendey - Ehrungen und Jubiläen

Max Dautheney 140.Geburtstag

Max Dauthendeys 140. Geburtstag am 25. Juli 2007

Die Stadt Würzburg ehrt ihren berühmten Sohn in Namensgebungen:
Max-Dauthendey-Straße und Max-Dauthendey-Weg,
eine Schule trägt seinen Namen,
und auch ein Saal in der Stadtbücherei Würzburg
Gedenktafel am Gutshof "Zur Neuen Welt" zum 50ten Todestag 1968.
Gedenktafel am Geburtshaus des Dichters, angebracht 1982.

Die Max-Dauthendey-Gesellschaft Würzburg
pflegte bislang das Andenken an den Würzburger Dichter, hat sich am 13. Mai 2015 aufgelöst.
Geschichtliches über die Max-Dauthendey-Gesellschaft
Dauthendey-Plakette
Max Dauthendey - Briefe

MD

Max Dauthendey als Zeichner und Maler

Vulkan Tjikorai auf Java

Der Vulkan Tjikorai auf Java (repro)

Ein Buch über seine Malerei ist kürzlich erschienen.

An den Tjikorai

Du Berg, der hin zum Äther zieht,
Des Gipfel über die Zeiten sieht,
Du Ewiger, der nicht altern kann,
Die Jahre reichen nicht an dich heran.
Und die Jahrhunderte du kaum fühlst,
Wenn du die Stirn im Weltraum kühlst.
Du lebtest, als der erste Mann
Das erste Frauenherz sich gewann.
Du lebst noch, wenn einst das letzte Paar
Hinstirbt im letzten Menschenjahr.
Wie wichtig sind mir doch meine Sorgen.
Wie wichtig das Gestern, Heute und Morgen.
Du lehrst weit über die Tage zu schauen,
Du lehrst, dem Ewigen zu vertrauen
.

aus: Lieder der Trennung

Die Städtische Galerie Würzburg beherbergt Aquarelle von Max Dauthendey
mit Reiseeindrücken aus Singapur, Neuguinea, den Molukken, Sumatra und Java.
siehe auch noch hier: externe, weiterführende Links

MD

Publishing poems is like throwing rose petals into the Grand Canyon and waiting for echoes.
Donald Robert Perry Marquis, 1878 - 1937, US-amerikanischer Schriftsteller, Dichter und Journalist

Publier des poèmes est comme jeter des pétales de rose dans le Grand Canyon et attendre l'écho.
Gedichte veröffentlichen ist wie Rosenblätter in den Grand Canyon werfen und auf das Echo zu warten. ;-)

Meine Publikationen: Lyrik von Max Dauthendey

Mit Dauthendey durchs Jahr

Mit Dauthendey durchs Jahr - © Mainfrankens Natur in Dauthendeys Lyrik, Dezember 2006.
111 schöne Gedichte von Max Dauthendey (Herausgegeben von Georg Hippeli)
Dauthendeys Lyrik - eine Huldigung des Dichters an den Zauber seiner fränkischen Heimat.
ISBN 978-3-89754-266-2

Ich habe Dir so viel zu sagen

Ich habe dir so viel zu sagen © Liebe, Lust und Leidenschaft in Liebesgedichten von Max Dauthendey.
Herausgegeben von Georg Hippeli — Hardcover; 99 Seiten; 2. Auflage, € 14,90
Umschlagbild: Akt im Morgenlicht von der Würzburger Akademischen Malerin Renate Jung
ISBN 978-3-89754-287-7

beide Bücher derzeit vergriffen

MD

Quellen aus dem Internet / externe, weiterführende Links
Ergänzungen und Hinweise zur Erstellung dieser Seite
werden gerne entgegen genommen.

MD

download für Sie: Max Dauthendey:
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni
Juli - August - September - Oktober - November - Dezember

pdf: FrühlingSommernachtIm blauen Licht von Penang

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